Verpasste Chance
So schade das ist: die EU-Regierungschefs sind im Gerangel um Posten und Einfluss kein bisschen besser als der Rest der Welt. Beispiel gefällig? Das Kungeln um die Besetzung der neu geschaffenen Posten des Ratspräsidenten und des Vertreters für die Außenpolitik der EU am Donnerstag. Nicht Können, Vision und Ausstrahlung waren dabei maßgeblich, sondern eher das Gegenteil. Nichts von Aufbruch oder Erneuerung ist zu spüren. Dabei warten die Menschen auf Signale, dass Europa endlich die geweckten Erwartungen der Bürger nach Transparenz und einem stärkeren Auftreten nach Außen erfüllt.
Jetzt haben wir also die Gekürten: Herman Van Rompuy, bis jetzt belgischer Premier, wird ständiger EU-Ratspräsident und die Britin Catherine Ashton wird EU-Außenministerin. Bis jetzt war sie Handelskommissarin der Europäischen Union. Sie verfügt leider über keinerlei außenpolitische Erfahrung. Herr Van Rompuy wird keinem EU-Regierungschef die Show stehlen, auch seine Ausstrahlung ist begrenzt. Wie Dany Cohn-Bendit richtig gesagt hat: Schlimmer kann es für die EU nicht werden, wir freuen uns auf positive Überraschungen durch die beiden!
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