deutsch | english
 
Mitglied des Europäischen Parlaments
 
  • Start

  • Presse

  • Über mich

  • Themen

  • Mein Europa

  • Meine Region

  • Kontakt

Feministische Gesellschaftspolitik ΙEuropäische Außenpolitik Ι Zukunft Europas Ι Haushalt der Europäischen Union Ι Jugend Ι Weitere Themen

Damit die Zukunft gelingt: Fünf Ägypterinnen auf Einladung von Franziska Brantner bei der Europäischen Union zu Besuch

Veröffentlicht am: 25. Mai 2011

Brüssel. Und sie bewegt sich doch, die Europäische Union. Es ist eine Freude zu sehen, auf wie viel Interesse der Besuch unserer fünf Freundinnen aus Ägypten stößte, die noch bis zum 27. Mai in Brüssel auf Einladung von mir und der Heinrich Böll Stiftung in Brüssel zu Gast sind. Asmaa Mahfouz, Ngwan el Ashwal, Malak Labib, Fatma Abou Zeid, Ola Shahba und Hanan Rabbani geben der Befreiungsbewegung der Arabischen Länder ein Gesicht. Und alle reißen sich darum, aus erster Hand zu erfahren, was nötig ist, damit die Zukunft gelingt und die Beziehungen zu Europa gefestigt werden. Auf Augenhöhe wollen wir den jungen Frauen aus Ägypten begegnen, ebenso wie sie mich von gleich zu gleich empfangen haben, als ich vor einigen Wochen in ihrem Land zu Gast war. Asmaa, Ngwan, Malak, Fatma, Ola und Hanan, so unterschiedlich sie teilweise in ihrer politischen Überzeugung auch sind, wollen im Kern nichts anderes als neue Verhältnisse im alten Ägypten. Dazu kommt eine gerüttelte Portion Neugierde darauf, wie das Europäische Parlament funktioniert und der Wunsch, sich mit uns zu vernetzen, unsere Solidarität zu spüren und zu wissen, dass wir sie auch unterstützen, wenn der Wind rauer werden sollte.

Das ist auch bitter nötig, denn die Situation in Ägypten muss uns besorgt stimmen. Der Diktator ist weg, nicht jedoch die Dikatur. Und so sehr uns die sozialen Bewegungen Arabiens, die im Frühjahr begannen, der Mut und die Anteilnahme der Jugend und der Frauen fasziniert haben, so sehr benötigen sie jetzt unser Interesse, unsere Anteilnahme und unsere Stimme. Frauen wollen sich einbringen in die Öffentlichkeit und sie wollen ihren Platz auf der politischen Tagesordnung. Aber die Chancen darauf sind sehr unterschiedlich. Während sich in Tunesien der Wille nach Gleichberechtigung der Geschlechter wie ein roter Faden durch die politische Landschaft zieht und die Wahlen im Juli die Hälfte der Sitze für Frauen vorsieht, ist Ägypten weit von solchen Verhältnissen entfernt. Dass Frauen dort am Internationalen Frauentag attackiert wurden, dass die Verfassung Chancengleichheit nicht vorsieht und Diskussionen über das Rollenverständnis in der Gesellschaft abgewürgt werden, spricht eine eigenen Sprache.

Gut, dass Catherine Ashton erklärt hat, dass der Kampf gegen Diskriminierung von Frauen und die Unterstützung des Demokratieaufbaus Hauptziele der Europäischen Union in den Ländern Nordafrikas und Arabiens sein werden. Kein Wunder also, dass auch Vertreter des Kabinetts ihres Auswärtigen Dienstes sich auf die Gesprächsliste unserer Fünf haben eintragen lassen, ebenso wie Fernsehteams, viele Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission sowie von Menschenrechts- und Frauenrechts-Organisationen. Mir war es eine große Freude, ihnen aus dem Leben einer Parlamentarierinnen zu berichten und sie zu etlichen ihrer Termine zu begleiten.

Kurzbiographie der Frauen-Delegation:

Asmaa Mahfouz: Ägypterin, 26 Jahre alt, ist eine der Aktivistinnen, die die Proteste im Januar über Youtube, Twitter und Facebook der Weltöffentlichkeit bekannt gemacht haben. Sie ist eines der Gründungsmitglieder der April-Bewegung, als die Menschen für Freiheit und gegen die Repression der Polizei aufstanden. Sie hat bisher alle Offerten der politischen Parteien abgelehnt, was sie aber nicht abhält, politisch höchst aktiv zu sein.

Nagwan el Ashwal: Ägypterin, 30 Jahre, ist ebenfalls Teil der Januar-Revolution. Sie organisierte Workshops  zur Förderung von  “Bürgerschaftlichem Engagement und Demokratie” für Menschen verschiedenster politischer Richtungen, um sie für die demokratischen Prinzipien und den politischen Dialog zu sensibilisieren. Sie ist Doktorandin der Politischen Wissenschaften in Kairo und promoviert über “Egyptian Revolution: Young Leaders and their influence on Society”.

Malak Labib: Ägypterin, 30 Jahre, ist Wissenschaftlerin und Aktivistin der neuen linken Bewegung. Das “Progressive Youth Movement”, das  demokratische Werte befördern und sich für soziale Gerechtigkeit im post-revolutionären Ägypten einsetzt,  hat sie mitbegründet. Davor arbeitete sie als Journalistin für die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse in Kairo. Sie promoviert derzeit am “Institut de Recherches et d’ Etudes sur le Monde Arabe et Musulman” in Aix-en-Provence, ihren Master hat sie an den Sciences Po in Paris gemacht.

Fatma Abou Zeid: Ägypterin, 26 Jahre, ist seit 2002 aktives Mitglied der “Muslim Brothers”. Sie hat gerde die neue Partei “Freiheit und Gerechtigkeit” mitbegründet, die sich für die anstehenden Wahlen bewirbt. Die Mutter dreier Söhne arbeitet in der politischen Bildung und schreibt politische Artikel. Sie absolviert gerade einen Master in Wirtschaft und Politik an der Universität Kairo.

Ola Shahba: Ägypterin, 32 Jahre, ist eines der Gründungsmitglieder der neuen “Socialist Popular Alliance Party” und involviert in den Aufbau einer fortschrittlichen linken und säkularen Bewegung in Ägypten. Sie ist Expertin für Menschenrechte und hat in London und an der der Columbia University Anthropologie und Soziologie studiert.

Hanan Rabbani, Palästinenserin, 42 Jahre, ist verantwortlich für das Programm der “Open Society Foundation” für Frauenrechte und Entwicklung von Geschlechtergerechtigkeit in der Arabischen Region. Sie hat ein Projekt dafür in Palästina ins Leben gerufen und war bei zahlreichen Menschen- und Frauenrechtsverbänden beratend tätig. Sie hat einen Master vom Niederländischen Institut für Soziale Studien.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Initiativen und Internationales, Mittelmeerraum und Naher Osten


Ein Kommentar

  1. Stefan Wehmeier schrieb am 01.06.2011 um 13.07 Uhr

    “Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken – wenn sie ins Detail gehen – schon wenige Jahre später lächerlich. Dieses Buch hat ein realistischeres, zugleich aber auch anspruchsvolleres Ziel. Es versucht nicht, die Zukunft zu beschreiben, sondern die Grenzen abzustecken, innerhalb derer mögliche Zukunftsentwicklungen liegen müssen.”

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Kein “berufsmäßiger Wichtigtuer” hat aus dem Standardwerk der Futuristik etwas gelernt; entsprechend gegenstandslos sind ihre Wunsch- oder Wahnvorstellungen über die Zukunft, die nicht auf wissenschaftlicher Extrapolation beruhen, sondern lediglich nach dem folgenden Prinzip auf ein ebenso naives Publikum einwirken sollen:

    “Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.”

    Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

    Vor der Zukunft gibt es eine Grenze, welche vorgegeben wird von der Zinsumverteilung, die im globalen Maßstab zuletzt durch den 2. Weltkrieg entladen wurde. Der 3. Weltkrieg wäre in den 1980er Jahren fällig gewesen und wurde nur durch die atomare Abschreckung bis in die Gegenwart verhindert. Auf der anderen Seite ist durch das Ausbleiben dieser überfälligen Sachkapitalzerstörung die “Zinsfeder” heute bis zum Zerreißen gespannt, sodass genau drei mögliche Szenarien unmittelbar bevorstehen:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    “Genau drei Möglichkeiten” heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der “zur Sicherheit” noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – mitgekoppelt zusammenbricht. Er gleicht einem Igel, der von einem LKW überrollt wird.

    Für die dritte Möglichkeit muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick im Schlusskapitel von “2001: Odyssee im Weltraum” die Auferstehung dargestellt hat – und bitte bedenken Sie das Vorwort von Arthur C. Clarke:

    “…this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger.”

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html


Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert




Kommentar

Aktuell
alle anzeigen
  • Pressespiegel, 16.05.2012
    Europa läuft dem Arabischen Frühling hinterher
  • Pressemitteilung, 15.05.2012
    Kommission ignoriert Demokratiedefizite in Nordafrika
  • Pressemitteilung, 15.05.2012
    Frauenquote für Vorstände: Europaparlament fordert: Banken und Sparkassen müssen weiblicher werden
Newsletter
Der FranziskaLetter - Stets aktuell informiert über die politische Arbeit von Franziska Brantner
Bestellen.
Frauenletter
Der FrauenLetter - Aktuelle Informationen über Gleichstellungspolitik in Deutschland und Europa
Bestellen.


Was bedeutet Europa für Dich?
Themensdossier Nordafrika
Freiheit des Internets vor ACTA bewahren
Fiskalunion Studie
button-auszubildende
Europäisches Jugendportal auf Facebook
dellmuth_studie
Studie am Ziel vorbei - willkürliche Vergabe von EU-Geldern
EU Charta für Gleichstellung
EU Städtepartnerschaften
Kultur findet Stadt, PDF
Impressum | Datenschutz
Twitter Facebook MeinVZ-Profil