Friedensnobelpreis geht an drei herausragende Frauen
“Ich freue mich sehr, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Nobelkomitees der Friedensnobelpreis an drei Frauenrechtlerinnen geht, für ihren gewaltlosen Kampf für den Schutz von Frauen und ihr Recht auf bedingungslose Beteiligung an der Friedensarbeit!”, so Franziska Brantner. Die Gewinnerinnen sind Ellen Johnson-Sirelaf und Leymah Gbowee aus Liberia und Tawakkul Karman aus Jemen.
Die Auszeichnung ist eine angemessene Würdigung der täglichen Arbeit von Frauenorganisationen auf der ganzen Welt und eine leider viel zu selten stattfindende Anerkennung des weiblichen Anteils an der Friedensarbeit. In seiner 110-jährigen Geschichte wurde der Friedensnobelpreis bisher nur 15 Mal an Frauen verliehen – hingegen schon an 85 Männer und 23 Institutionen!
Ellen Johnson Sirleaf ist die erste gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates. Seit ihrer Wahl 2006 hat sie sich für die Friedenssicherung in Liberia sowie für mehr soziale und wirtschaftliche Entwicklung und die Stärkung der Stellung von Frauen in ihrem Land eingesetzt. Leymah Gbowee ist eine liberianische Friedensaktivistin, die Frauen in Liberia über ethnische und religiöse Grenzen hinweg zusammengebracht und für ein Ende des Krieges und die Beteiligung von Frauen an demokratischen Wahlen eingesetzt hat. Tawakkul Karman ist eine führende Persönlichkeit der jemenitischen pro-demokratischen Bewegung, sowohl vor als auch während des Arabischen Frühlings.
Die Auszeichnung der drei Frauen unterstreicht die Bedeutung der weiblichen Teilhabe am Friedensprozess. Im Jahr 2000 hat die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates zum ersten Mal die Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten zu einem Thema der internationalen Sicherheit gemacht und die Bedeutung von Frauen im Friedensprozess deutlich hervorgehoben.
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