deutsch | english
 
Mitglied des Europäischen Parlaments
 
  • Start

  • Presse

  • Über mich

  • Themen

  • Mein Europa

  • Meine Region

  • Kontakt

Feministische Gesellschaftspolitik ΙEuropäische Außenpolitik Ι Haushalt der Europäischen Union Ι Jugend Ι Solidarisches Europa Ι Weitere Themen

Die Nürburgring-Papiere: Blutrausch an der “Grünen Hölle”

Veröffentlicht am: 29. Juni 2010

Nürburg/Ludwigshafen. Literatur und Politik treffen sich mitunter aufs Spannendste. So geschehen beim neuesten Werk des Eifel-Krimiautors Jacques Berndorf, das gerade erschienen ist. Nicht nur, dass das Grüne Europabüro von Franziska Brantner an der Nürburg-Ring-Problematik, um die es sich darin dreht, ohnehin nah dran ist und recherchiert, sondern auch, weil Eveline Lemke, die Landesvorstandssprecherin aus Rheinland-Pfalz, im Roman eine Rolle spielt. Hier die Rezension:  Am Anfang war die Tat. Genauer gesagt ein gar grässliches Geschehen. Von einer Kalaschnikow regelrecht zersiebt wird in Jacques Berndorfs neuestem Eifel-Kriminalroman “Die Nürburg-Papiere” der Geschäftsführer der von Rennfahrern respektvoll “Grüne Hölle” genannten Strecke. Der “Ring” und der gigantische Komplex eines Freizeit- und Erholungsparks, der in den letzten Jahren für rund 400 Millionen Euro als ein “Betongebirge” entstanden ist, wird damit zum teuersten Tatort der Republik. Das ist Fiktion. Gottlob. Der Geschäftsführer und seine Vorgänger erfreuen sich guter Gesundheit. Aber ansonsten stimmt eigentlich fast alles, was Deutschlands Nestor des Regionalkrimis an “Faction” (Mischung zwischen Fiktion und Fakten) so auftischt.

Kein Wunder, der studierte Mediziner war viele Jahre journalistisches Trüffelschwein bei Spiegel, Stern und Quick und allein seine Eifel-Krimis haben eine Gesamtauflage von über 4,5 Millionen Exemplare. Der 73-jährige Jacques Berndorf, der eigentlich Michael Preute heißt, weiß, wie man gut recherchiert und das Erarbeite dann in brisante Storys umsetzt. Aber dieser so eben erschienene Roman um sein Alter Ego “Siggi Baumeister” ist selbst für Berndorf (das Pseudonym ist von seinem ersten Eifeler Wohnsitz entlehnt) etwas besonderes. Nicht nur, weil er ihn fast absurderweise in Anwesenheit des ebenfalls in die Affäre verwobenen Ministerpräsident Kurt Beck in der Staatskanzlei vorgestellt hat. Sondern auch, weil er so viele realistische Details über den größten Skandal beinhaltet, der Rheinland-Pfalz je erschüttert hat, dass man sich beim Lesen unentwegt fragt, wieviel juristischer Sachverstand wohl nötig war, um das Ganze wasserdicht und unanfechtbar zu machen.

Aber glücklicherweise darf Kunst viel in diesem Land, auch aufklären. Deshalb können jedem interessierten Zeitgenossen, der schon immer mal über die Zeitungslektüre hinaus wissen wollte, was denn da so gespielt wird, an der legendären Rennstrecke, die “Nürburg-Papiere” nur empfohlen werden. Als Autor mit Liebe zum Landleben, der der Eifel und ihren Menschen von Herzen zugetan ist, sowie als aufrechter Steuerzahler muss Baumeister wie Berndorf erzürnen, wie da das Geld verschleudert wird. Bezeichnender Weise hat er das Werk als eine Verbeugung vor seinem Freund und Kollegen Wilhelm Hahne bezeichnet, dessen Ausspruch “Wir brauchen Leute mit Benzin im Blut, keine Schwätzer”, auf den Eifel-Höhen ein geflügeltes Wort geworden ist.

Voran stellt er dem 363 Seiten starken Buch aber neben der Bemerkung, dass Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen “rein zufällig” wären, ein Zitat des Landesrechnungshofes: “Berater waren beauftragt, die Gesellschaft für Beratungen mit anderen Beratern zu beraten”. Das trifft den Kern. Denn es ist kaum fassbar, weder für die fiktiven Helden noch für die Menschen der Wirklichkeit, was sich da getan hat und tut. Blauäugige Naivität gepaart mit fast krimineller Raffgier schaufeln ein Millionengrab. Bedingungen, unter denen kein Vernünftiger einen Gebrauchtwagen erwerben würde, wurden akzeptiert und jeglicher kaufmännische Sachverstand in den Wind geschossen. “Es gibt auch eine Menge Gutböser”, lässt Berndorf den Kriminalisten-Kompagnon Rodenstock seines Helden sybillinisch sagen. Und er hat Recht. Denn gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Das gilt im Dickicht der “Grünen Hölle” wie überall. Und immer wieder stellt sich dabei die ungelöste Frage: “Wer um Himmels Willen soll das alles bezahlen?” Kein Wunder, dass sich in Wahrheit wie in Dichtung Unglück an Unglück reiht. Ganz nebenbei bietet die Handlung wieder reichlich Gelegenheit zum Knobeln. Liebe, Triebe und Lokalkolorit gibt es ebenfalls reichlich, wenngleich gewürzt mit einer der spannendsten Politaffären, deren Ende derzeit zumindest noch gar nicht abzusehen ist.

Jacques Berndorf, Die Nürburg-Papiere, KBV-Verlag, Hillesheim, ISBN 978-3-940077-78-3, 9,95 Euro

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Meine Region, Strukturförderung


Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert




Kommentar

Aktuell
alle anzeigen
  • Pressespiegel, 23.01.2012
    Croats say resounding ‘yes’ to EU membership
  • Pressespiegel, 23.01.2012
    Kroaten sagen “Ja” zum EU-Beitritt
  • Pressespiegel, 23.01.2012
    EU pozdravlja rezultate referenduma u Hrvatskoj
Newsletter
Der FranziskaLetter - Stets aktuell informiert über die politische Arbeit von Franziska Brantner
Bestellen.
Frauenletter
Der FrauenLetter - Aktuelle Informationen über Gleichstellungspolitik in Deutschland und Europa
Bestellen.


button-auszubildende
Europäisches Jugendportal auf Facebook
dellmuth_studie
Themensdossier Nordafrika
Studie am Ziel vorbei - willkürliche Vergabe von EU-Geldern
EU Charta für Gleichstellung
EU Städtepartnerschaften
Kultur findet Stadt, PDF
Aus dem Leben einer Abgeordneten
Impressum | Datenschutz
Twitter Facebook MeinVZ-Profil