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Der dickste Konzern hat die dümmste Kartoffel

Veröffentlicht am: 29. April 2010


Heute fand in Mannheim die alljährliche Hauptversammlung der BASF statt. Und obwohl der Vorstand entlastet wurde, hatten sich die Organisatoren die Veranstaltung sicher anders vorgestellt: Bereits am frühen Morgen sammelten sich vor dem Kongress- und Veranstaltungszentrum Rosengarten Dutzende friedlicher Demonstranten ein, die ihren Unmut über das Engagement des Chemiekonzerns im Bereich der Agrogentechnik ausdrücken wollten. Hauptkritikpunkt: Die Gentechnik-Kartoffel Amflora, die seit März 2010 trotz vielfältiger wissenschaftlicher Bedenken von der Europäischen Kommission zugelassen wurde.  “Schon damals habe ich meinen Unmut über diese unvernünftige Entscheidung geäußert”, so die grüne Europaabgeordnete Franziska Branter gestern aus Brüssel. “Und deshalb bin ich besonders froh, dass nun der Widerstand gegen die Amflora, die unser aller Sicherheit und Gesundheit auf’s Spiel setzt, weitergeht und von vielen engagierten Bürgern und Bürgerinnen auf die Straße getragen wird”.


Mit dabei waren Mitglieder von Gentechnikfreies Europa e.V., Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., BUND-Mitglieder, Grüne sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich in einer breiten Allianz gegen das Vorhaben aussprachen, mit der großflächigen Verbreitung der Amflora die Menschen zum Versuchskaninchen der gentechnisch veränderten Pflanzen zu machen. Damit konnten die Demonstrierenden klarstellen: Wir wollen und brauchen die Amflora in Europa nicht, da sie gegenüber konventionell gezüchtete Kartoffeln keinen Vorteil, aber jede Menge Risiken bietet.


Um ihren Unmut Ausdruck zu verleihen, hatten die anwesenden Bauern und Bäuerinnen unter dem Motto “Der dickste Konzern hat die dümmste Kartoffel” dann noch mehrere Tonnen Kartoffeln vor dem Hauptversammlungsgebäude der BASF ausgeschüttet. Das war nicht nur ein von weiten sichtbares Zeichen der Ablehnung der Amflora, sondern führte letztlich auch zu Diskussionen zwischen den Demonstranten und Teilnehmern der Hauptversammlung, die so über die Gefahren der Kartoffel informiert wurden. Dass die Bauern Grund haben, sauer zu sein, wurde deutlich: Schließlich sind sie es, die mit dem Risiko der Kontamination ihrer Produkte leben müssen und sich im Falle der unerwünschten Kontamination auch noch mit Rechtsforderungen der BASF konfrontiert sehen würden. Unter anderem deshalb muss die Büchse der Pandora geschlossen bleiben, hieß es, und der Anbau der Amflora verhindert werden.
“Solange die Mehrheit der Europäischen Bürgerinnen und Bürger die Amflora ablehnt und sich weiterhin für den Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen einsetzt, gibt es jedoch Hoffnung”, so Franziska Brantner. Hoffnung, dass es doch noch zu einem EU-weiten Verbot kommen könnte. “Wir Grüne im Europäischen Parlament werden uns weiterhin dafür einsetzen”.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Umwelt und Verkehr


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