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“Der Garten ist ein Ort, wo die Seele zu Hause ist”

Veröffentlicht am: 9. Mai 2010

Eberbach. “Der Garten ist ein Ort, wo die Seele zu Hause ist”, sagt ein altes Sprichwort. Und die Seele kennt bekanntlich weder Hautfarbe noch Nationalität. Eine “neues Zuhause” in genau diesem Sinn ist der Interkulturelle Garten Eberbach, der dieser Tage seiner Bestimmung übergeben wurde. “Ein wunderschönes Projekt” freut sich Franziska Brantner. Als Europaabgeordnete der Grünen in der Metropolregion Rhein-Neckar gefallen ihr naturgemäß Vorhaben, die mit Erde, Pflanzen und Internationalität zu tun haben. Migrationsgärten, wo sich Menschen zusammentun, um auf Parzellen nebeneinander anzubauen, gibt es bislang vor allem in Großstädten wie beispielsweise Mannheim. In ländlichen Regionen sind sie noch eher selten anzutreffen. Umso vorbildhafter ist das Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei im zauberhaften Neckartal. Zwischenzeitlich haben sich etliche Frauen aus ganz verschiedenen Herkunftsländern zusammengefunden, die es kaum erwarten können, ihre Parzelle zu bewirtschaften und gemeinsam mit den Mitstreiterinnen Gartentipps und Kochrezepte austauschen zu können. Sie haben langen Atem bewiesen und dicke Bretter gebohrt, die Frauen, die vor rund sechs Jahren die Idee geboren haben. Neben guten Willen war nämlich zunächst nicht viel zu holen, wie sich Ellen Leytz bei der Einweihungsfeier erinnerte. Doch das unermüdliche Grüppchen um die heutige Vorsitzende Doris Lenz sowie Lisa Rabl und Charlotte Schneidewind-Hartnagel ließ sich nicht entmutigen. Denn der Weg war klar. Genau so wie sich heute kaum mehr jemand ein Leben ohne Kartoffel (ursprünglich aus Amerika stammend), die Tulpe (aus Persien), die Geranie (aus Südafrika) oder den Flieder (aus der Türkei) vorstellen kann, sollen die Menschen, die einst ihre Heimat verlassen haben, um in Eberbach eine neue zu finden, mit all ihren Erfahrungen, ihrem Können und ihrer Individualität dazu gehören.

Die Skepsis am Anfang war groß. “Brauchen wir so was?”, die Fragezeichen waren fast mit Händen zu greifen. Und Geld oder Zuschüsse waren weit und breit nirgends in Sicht. Dann besann sich die Gründungsgruppe auf ihr Humankapital, das Wissen und die Kraft der Menschen und packte einfach an. Das Grundstück wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt, die Bürgerstiftung und die Sparkasse stiftete einen Grundstock an Geld, dann gab es sogar den Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz und der Garten konnte endlich Gestalt annehmen. “Ich wünschen ihnen, dass die gute Atmosphäre so gut wächst wie die Pflanzen”, gab Bürgermeister Bernhard Martin den Aktiven mit auf dem Weg. Er, der das Ganze zunächst für reichlich verkopft gehalten hatte, ist zwischenzeitlich überzeugt, dass hier Frauen mit “heißem Herzen” und jeder Menge Sachverstand zu werke gehen. Und da auch in Eberbach bereits heute 30 Prozent der Jugendlichen in irgendeiner Form Migrationshintergrund haben, kann ihm eine solche Initiative wirklich nur Recht sein.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Umwelt und Verkehr


2 Kommentare

  1. josef manthey schrieb am 14.05.2010 um 12.29 Uhr

    hallo,

    ich dachte , 1 neuer EU-Außenminister , ok Kosten ca. 1 mio p.a..,,,

    Nun lese ich: 8000 neue Beamte !!!!!!!!!!!!!!!!!! -???????????? Wie daß??

    Für diesen einzigen Posten werden also wieder Hunderte Mio-EU verpulvert !!

    Es ist d. helle wahnsinn……………..u. ein Skandal ………….
    Dieser Job ist total überflüssig.————-
    Der Mann a.d. Straße muß malochen für solch eine Scheiße…….

    Wann steht d.Deutsche Volk auf u. macht eine Revulotion ??? Ach ja, dafür
    ist d.deutsche Michel einfach zu faul……


  2. Kirsten Baumbusch schrieb am 15.06.2010 um 14.50 Uhr

    Sehr geehrter Herr Manthey,

    es gibt zahlreiche gute Gründe für die Bildung des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) unter der Leitung des “Hohen Repräsentanten”, wie der “Job” offiziell benannt ist. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige davon vorstellen:

    - man nehme z.B. den Israel-Palästina-Konflikt: obwohl die EU an dem Friedensprozess dort stark finanziell wie institutionell beteiligt ist, schaffte sie es beim letztjährigen Gaza-Konflikt nicht mit einer Stimme zu sprechen und entsandte gar zwei um Aufmerksamkeit konkurrierende Delegationen. Der EAD kann also den Verständigungsprozess inerhalb der Union und damit ihre Geschlossenheit nach außen immens verbessern.
    - der gemeinsame Außendienst bietet sogar eine tolle Gelegenheit Geld zu sparen – denn wenn deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger im Ausland eine EU-Botschaft zur Verfügung steht, braucht der deutsche Staat nicht mehr in jedem Land eine Botschaft zu unterhalten.
    - gleichzeitig bündelt ein europäischer Dienst Kompetenzen und kann so zu einer höheren Effizienz beim Einsatz für die Grundwerte der EU führen.

    Gerne sei hier auch auf den Artikel von Franziska Brantner für das Magazin “The Parliament” verwiesen:

    http://franziska-brantner.eu/blog/franziska-brantner-eeas-the-parliament

    Ihre Sorge über die Verschwendung von EU-Mitteln sei auch was den Umfang des EAD und die Zahl der Beamtinnen und Beamten anbegeht beruhigt: das Budget des EAD unterliegt nämlich der Kontrolle durch das Europäische Parlament und solange es keine Einigung auf einen schlagkräftigen, gemeinschaftlich-europäischen Dienst gibt, der dem Interesse der europäischen Bürgerinnen und Bürger dient und kein Spielball der nationalen Regierungen ist, wird es im Parlament auch keine Mehrheit für die Einrichtung des EAD geben. Gerade dieser Tage haben sich die Fraktionen gemeinsam gegen den Vorschlag gewandt, den Dienst dem Rat und damit den nationalen Regierungen zuzuordnen.

    In der Hoffnung, dass Sie den EAD nun mit etwas anderen Augen sehen,

    Joel Wardenga
    Praktikant im Grünen Europabüro für die Metrpoplregion von Franziska Brantner, MdEP


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