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Hopp, hopp, hopp – Flugplatz stopp

Veröffentlicht am: 11. Juni 2010

Speyer.   ”Hopp, hopp, hopp – Flugplatz stopp!” – schallte es durch die Speyerer Altstadt und Passanten und Touristen staunten nicht schlecht, als am Donnerstag Abend zahlreiche Demonstrierende aller Altersgruppen die Speyerer Maximiliansstraße füllten, um ihre Ablehnung des geplanten Flughafen-Ausbaus kundzutun. Die erst Anfang der Woche von den Landesgrünen Rheinland-Pfalz und der Bürgerinitiative “Lebensqualität statt Flugplatzausbau” angekündigte Demonstration war in den Augen der Organisatoren mit an die 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg: “Dass trotz dieses Badeseewetters und des kurzfristigen Termins heute hier so viele Menschen sind, ist noch einmal ein starkes Zeichen gegen den Ausbau des Flugplatzes und für mehr Lebensqualität”, so ein Mitglied der Bürgerinitiative (BI).

Als Reaktion auf die Abweisung der Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) durch das Bundesverwaltungsgericht gedacht, stand die Demonstration dann ganz im Fokus der am kommenden Wochenende bevorstehenden Oberbürgermeister-Wahlen in Speyer mit dem Motto “Keine Stimme den Flugplatz-Befürwortern”. Dies richtet sich sowohl gegen den CDU-Kandidaten Hansjörg Eger, als auch gegen den unabhängigen Kandidaten Roland Kern. “Wer von sich behauptet als Oberbürgermeister dieser Stadt für mehr Lebensqualität sorgen zu wollen und gleichzeitig den Ausbau dieses Flugplatzes befürwortet, ist einfach unglaubwürdig”, unterstrich ein weiteres Mitglied der BI.

Der ehemalige BUND-Vorsitzende in Rheinland-Pfalz und aussichtsreiche Kandidat der Grünen für die Landtagswahl, Bernhard Braun aus Ludwigshafen, appellierte hingegen an die Einsicht der Akteure. Er selbst glaube immer noch an die Vernunft des Menschen und sei deshalb auch hoffungsvoll, dass die Verantwortlichen in Speyer und der Region letztlich doch noch auf den Ausbau verzichten. Das Gericht habe den Ausbau nicht besiegelt, sondern lediglich erlaubt und die Sache sei politisch längst noch nicht entschieden.

Im Folgenden prangerte Braun das Vorhaben der SPD-Landesregierung an, elf Millionen Euro Staatsmittel in das Projekt stecken zu wollen: “Es ist ein Gebot der Vernunft, dass wir gerade jetzt Geld für sinnvolle Projekte in Speyer und der Metropolregion verwenden.” Gebe es doch Streichpläne für Jugend, Familien und Soziales und gleichzeitig werde für ein paar wenige Vermögende ein Flugplatz auf Kosten der Allgemeinheit gebaut.

Dass der Flugplatzausbau, dieses “offensichtlich strukturpolitische Eigentor”, so die Europaabgeordnete für die Metropolregion, Franziska Brantner, es gar zur Erwähnung im für die Region Rhein-Neckar-Pfalz entwickelten “Regionalplan 2020″ gebracht hat, “ist fast schon anrüchig, wo sich die Zahl der Profiteure doch an einer Hand abzählen lässt. Da der aktuelle Entwurf leider einige dieser eher zweifelhaften Projekte aufweist, muss man kräftig nachbessern, um ein annähernd tragfähiges Regionalkonzept zu entwickeln, das den Namen auch verdient”.

Zum Schluss verabschiedete ein Mitglied der Bürgerinitiative die Demonstrantinnen und Demonstranten mit einer regelrechten Kampfansage: “Auf Wiedersehen, liebe Freundinnen und Freunde. Ich sage ganz bewusst, auf Wiedersehen – spätestens dann wenn die Bagger in den Auwald einrücken und die Hubschrauber die Bäume an den Kronen umzureißen versuchen. Bis zum nächsten mal – im Auwald.”

Ja für Speyer

Maximiliansstraße voll

Kundgebung am Altpörtel

Von Joel Wardenga.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Umwelt und Verkehr


2 Kommentare

  1. Kai Lüke schrieb am 11.06.2010 um 21.53 Uhr

    Sehr guter Bericht!
    Der Link des oberen Bildes geht nicht, er müsste so sein:
    http://franziska-brantner.eu/blog/wp-content/uploads/2010/06/klein2_61005541.jpg
    Liebe Grüße,
    Kai


  2. Kirsten Baumbusch schrieb am 15.06.2010 um 09.59 Uhr

    Lieber Kai, vielen Dank für den Hinweis. Habe das natürlich sofort korrigiert und nun kommt man, wenn man auf das Foto klickt auch zur größeren Ansicht. Dank auch für das Lob!
    Herzliche Grüße,
    Joel Wardenga
    Praktikant


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