Für eine andere Debattenkultur stark machen
Ludwigshafen. Das Jahr wird grün und spannend, darin waren sich die rund 100 Gäste beim Neujahrsempfang der grünen Kreisverbände Rhein-Pfalz-Kreis und Ludwigshafen einig. Der Empfang fand im Ludwigshafener Grünen Europabüro für die Metropolregion Rhein-Neckar-Pfalz, am Rathausplatz, statt. Dort tauschten sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen bei leckeren Snacks und Getränken, in angenehmer Atmosphäre aus, und zeigten sich entschlossen, in der heißen Phase für den Landtagswahlkampf so richtig mitzumischen. Besondere Höhepunkte des Abends waren die Reden von Franziska Brantner, grüne Europaabgeordnete für eben die Metropolregion und Anne Spiegel, grüne Direktkandidatin im Rhein-Pfalz-Kreis für die Landtagswahl. Kerstin Schulze und Almut Schaab-Hehn leiteten als Landtagskandidatinnen für den grünen Kreisverband Ludwigshafen durch den Abend und eröffnete ihn, indem sie wesentliche Ereignisse des vergangenen Jahres zusammenfasste. Zum Gespräch zur Verfügung stand ebenfall der Landtagskandidat für Ludwigshafen, Bernhard Braun. An die Eröffnung schloss sich die Europaparlamentarierin Franziska Brantner mit ihrem Beitrag an. Sie formulierte den Wunsch nach einer anderen Debattenkultur: „Ich finde es schade, dass es in der Politik zur Zeit kaum noch echte Auseinandersetzungen um Inhalte gibt. Ich wünsche mir echte Diskussionen sowohl unter den Parteien als auch zwischen den Politikerinnen und Politikern und den Bürgerinnen und Bürgern. Ich sehne mich nach einer anderen Debattenkultur für uns.“ Denn die Bürgerinnen und Bürger hätten im letzten Jahr bei vielen Projekten wie Stuttgart21 Eigeninitiative gezeigt und den Willen demonstriert, dass es so nicht weiter gehen könne. Auch deswegen empfindet Brantner das Wort ‘Mutbürger’ anstelle des Wortes ‘Wutbürger’ als treffenderes Wort des Jahres 2010.
Die Landtagskandidatin Anne Spiegel setzte sich in ihrer darauf folgenden Rede mit dem vor allem von konservativer Seite geäußerten Vorwurf auseinander, dass die Grünen eine „Dagegenpartei“ seien. Die Grünen sind laut Spiegel viel mehr die Partei für erneuerbare Energien, für sozialere Politik und andere zukunftsfähige Projekte. Daraus folgt, dass sie auch gegen Atom- und die unsoziale Politik der Bundesregierung sein müssten. Der Vorwurf der Dagegenpartei sei ein Armutszeugnis anderer Parteien und derer Konzeptslosigkeit.
Von Joana Wardenga
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