Lenkt Brüssel die deutsche Wirtschaft? Podiumsdiskussion bei der IHK Koblenz
Koblenz. „Lenkt Brüssel die deutsche Wirtschaft?“ Klar hat die Industrie- und Handelskammer in Koblenz das ein wenig überspitzt formuliert. Doch was deutsche Unternehmen von der europäischen Umwelt- und Industriepolitik zu erwarten haben, das interessierte viele Mittelständler im Großen Saal der Kammer. Auf dem Podium neben Kerstin Lichtenvort von der Europäischen Kommission, auch Thomas Ilka, der Leiter des Deutschen Industrie- und Handelskammer in Brüssel sowie Annette Klosa von den Steuler-Industriewerken.
„Aus dem Europaparlament“ hatten sie sich Werner Langen (CDU), Jürgen Dreutzmann (FDP) und Franziska Brantner (Grüne) an den Tisch geholt. Deutlich wurde dabei, dass Europa jede Menge Chancen, aber auch Fußangeln birgt. Dass Richtlinien einmal mehr Verwirrung stiften und das andere Mal größere Klarheit. Dass einheitliche Regeln in einer globalisierten Welt Geschäftschancen eröffnet, dass aber mitunter auch ungerechte Härten auftreten. Naturgemäß entsteht da der Eindruck eines großen Einflusses. Aber, so die Parlamentarier, den hat die deutsche Politik auch wiederum auf die Union. Wenn die Glühbirne verboten wird, dann lässt sich eine dynamische Wirtschaft etwas einfallen und schafft neue Arbeitsplätze in der Produktion neuer Leuchtentechnik. Gerade deutsche Unternehmen profitieren natürlich auch vom Binnenmarkt.„Schließlich“, so Franziska Brantner, ist es für ein exportorientieres Unternehmen immer noch besser, sich an einer europäischen Richtlinie orientieren zu müssen als an 27 verschiedenen nationalen. Gleichwohl räumte sie ein, dass die Registrierungskosten zu hoch und vieles zu umständlich ist. Aber Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut.
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