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Ökonomie und Ökologie

Veröffentlicht am: 29. November 2009

Heidelberg. In der Krise, so sagt der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Sparkasse, Helmut Schleweis, zu Franziska Brantner, werden wir endlich als das wahrgenommen, was wir sind. Unverhofft sind die Sparkassen in der Wirtschaftskrise zu einem noch wichtigeren Akteur geworden, eine Einrichtung, die den Menschen für ihr Geld sicher erscheint. Das Heidelberger Geldinstitut ist die größte Sparkasse in der Metropolregion. Sie ist, wie alle deutschen Sparkassen, eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Jede Menge Gesprächsstoff gab es denn auch zwischen der Europaparlamentarierin, die neben Politikwissenschaften auch Volkswirtschaft studiert hat, und dem Bankenvorstand beim Antrittsbesuch. Dass sie in einer Studie genau untersuchen lassen will, wo das Europageld in der Region hinfließt, was damit passiert und warum manches auch wieder zurück geht, das gefällt im obersten Stock der Kurfürstenanlage. Auch, dass das Ganze im Hinblick auf die Revision der Finanzinstrumente der EU geschieht, die 2011 eingeleitet wird. Beide haben ein Interesse daran, dass sichtbar wird, wo Europa ganz konkret vor Ort wirksam wird. Das geht manchmal ein bisschen unter, hat die Parlamentarierin bemerkt.

Die Sparkasse Heidelberg umfasst 30 Gemeinden, hat eine Bilanzsumme von sechs Milliarden Euro, 68 Filialen und deckt einen Bereich mit 450 000 Einwohner ab. Die Krise hat die Bank wachse lassen, sowohl, was die Einlagen, wie auch, was den Kreditbedarf betrifft. Jetzt kommen Firmen auf uns zu, die früher mit einer Sparkasse nicht geredet hätten, so Schleweis.

Gegenüber mancher Großbank wirkt die heimische Sparkasse eben verlässlicher und stabiler. Deshalb sind die Entwicklung und die Erträge gut, auch wenn der deutsche Bankmarkt laut Schleweis umkämpft ist wie kein anderer. Klar, die Krise der Landesbanken, gefähllt ihm auch nicht, zumal für die Sparkassen hier nur schwer absehbar ist, was noch auf sie zukommt.

Die EU, so seine Aussage, sei auch in Bankkreisen lange unterschätzt worden. Dabei sind vor allem die dort gesetzten Rahmenbedingungen für die Sparkassen deutscher Prägung schier exitenziell. Wer unser Wirtschaftssystem will, muss auch das Bankensystem behalten, betont er. Vor allem die Beteiligung der öffentlichen Hand wird in Brüssel und Straßburg mitunter als wettbewerbsverzerrend betrachtet, obwohl eigentlich eher das Gegenteil der Fall ist.

Franziska Brantner gab sich im Laufe des Gesprächs als treue Kundin, wenn auch der Sparkasse Markgräflerland zu erkennen. Da war sie schon als Kind. Dann fragt sie noch nach der Unterstützung von Existenzgründerinnen und Fotovoltaik beziehungsweise Biomasse. Dafür, so Schleweis, gibt es in seiner Bank jeweild spezielle Berater und Beraterinnen Ein klassischer Fall also von gezielter Verknüpfung von Ökonomie und Ökologie.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Strukturförderung


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