Ralos: Mit Solar-Energie für die Region

Odenwald. Mit dem “Green New Deal” haben die Grünen in den letzten Jahren ein innovatives Konzept als Ausweg aus der Wirtschaftskrise und zur ökologischen Umgestaltung der Gesellschaft vorgelegt. Ein Kernanliegen war dabei die Förderung von innovativen und zukunftsweisenden Wirtschaftsbereichen, welche aller Voraussicht nach die zukünftigen Jobmotoren darstellen werden. Um einen solchen Jobmotor handelt es sich beispielsweise bei der Fotovoltaikbranche, die allein in den letzten zehn Jahren weltweit jährlich um 38 Prozent wuchs. Franziska Brantner, grüne Europaabgeordnete für die Metropolregion Rhein-Neckar, verschaffte sich bei einem Besuch des Unternehmens Ralos in Michelstadt im Odenwald vor wenigen Tagen, ganz direkt einen Überblick über die entscheidende Rolle der Branche bei der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und der Stärkung der regenerativen Energien.
Von Seiten des Unternehmens wurde besonders die bevor stehende Kürzung der Förderung der Fotovoltaik kritisch aufgenommen. Erhard Renz, “Sonnenflüsterer” von Ralos und strikter Atomkraftgegner, machte klar, dass eine Kürzung der Förderung den Ausbau der regenerativen Energien zukünftig unnötig bremsen würde. Dabei sprach er sich nicht grundsätzlich gegen eine Kürzung aus, aber “16 Prozent sind zu viel”. Besonders besorgt äußerte sich Renz über die Tatsache, dass in Deutschland durch eine Kürzung zahlreiche, in den letzten Jahren entstandene Arbeitsplätze, auf den Spiel stünden.
Ralos steht beispielhaft für den Aufstieg zahlloser Unternehmen in diesem Bereich: Im Jahre 2001 mit sechs Mitarbeitern gegründet, beschäftigt der Systemanbieter, der von der Kalkulation über die Installation bis zur Wartung ganze Fotovoltaikprojekte realisiert, inzwischen über 130 Mitarbeiter in Deutschland und Dependancen auf der ganzen Welt.
Desweiteren wurde der Zeitpunkt der Kürzung kritisiert. Durch die ruckartige Senkung der Förderung würden viele Auftraggeber versuchen, noch vor der Kürzung eine Fotovoltaikanlage zu installieren, während unmittelbar nach der Senkung der Förderung aller Voraussicht nach ein deutlicher Auftragsrückgang zu verzeichnen sei. Dies senke für die Unternehmen die Planungssicherheit und sorge für eine deutliche Schwierigkeit, sich an die sich schnell änderten Marktsituationen anzupassen. Erhard Renz plädierte dabei für eine sanftere Kürzung der Förderung, die in mehreren, kleinen Schritten zu verwirklichen sei, um so mögliche Interessenten nicht von der Fotovoltaik abzuschrecken.

Im Laufe des ausführlichen Gesprächs, an dem sich auch Stephan Kelbert, Bürgermeister von Michelstadt, beteiligte, kamen noch weitere Themen der Energie- und Umweltpolitik zur Sprache. So war man sich einig, dass ein verstärktes finanzielles Engagement der EU zur Förderung der Forschung im Bereich der regenerativen Energien, Speichermöglichkeiten von Energie und der Stromnetze notwendig sei. Zudem waren alle Beteiligten der Überzeugung, dass die Förderung der regenerativen Energien auch weiterhin zur Schaffung neuer hochqualifizierter Arbeitsplätze vor Ort diene, Know-How und Innovationskraft in der Region verankere, und somit auch der wirtschaftlichen Attraktivität des Odenwaldkreises diene. Oder, wie Franziska Brantner es ausdrückte: “Die Förderung der regenerativen Energien ist nicht nur eine Frage der Umwelt, sondern auch der Industrie- und Standortpolitik”. Dass sich mit grünen Ideen wirklich schwarze Zahlen schreiben lassen, beweisen Unternehmen wie Ralos eindrucksvoll genug.
Von Alexander Franke
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[...] Abgeordneten Franziska Brantner bei uns in Michelstadt berichtet. Jetzt hat Franziska auf ihrem eigenen Blog über den Besuch berichtet. Auch im Echo Online gab es einen Artikel (mit Bild) zum Besuch von [...]
Vielen dank für den präzisen und engagierten Blogbeitrag. Es ist tatsächlich so, daß wir aufgrund der Ankündigung von CDU/CSU/FDP bei den Einstellungen voll auf die Bremse gestiegen sind.
Ich hab meinen eigenen Vorschlag für die Einspeisereduzierung veröffentlicht der moderater mit der Branche umgeht. In der Hoffnung, daß die Politik zumindest einige Akzente aufgreift.
http://ralos.de/blog/2010/02/einspeisereduzierung-jetzt-gehts-los.html