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Schulbau in Burundi: “Bildung macht Freiheit möglich”

Veröffentlicht am: 16. Juni 2010

Ludwigshafen/Burundi. “Kinder und ihre Zukunftschancen sind mir wichtig”, betont die grüne Europaabgeordnete für die Metropolregion Rhein-Neckar, Franziska Brantner, die selbst erst vor kurzem Mutter geworden ist. “Richtig am Herzen liegt mir derzeit das Projekt “Bau der Primärschule in Muyogoro” im ostafrikanischen Burundi”. Hier soll eine bestehende Schule von zwei auf sechs Klassen erweitert werden. “Das Konzept wurde kürzlich über mein Team in meinem Ludwigshafener Wahlkreisbüro an mich herangetragen”, so Brantner, “es gefällt mir richtig gut, weil es Menschen hilft, sich selbst zu helfen und genau deshalb sollten auch wir uns dafür stark machen. Hier kann es mit wenig Geld gelingen, vielen jungen Menschen echte Chancen zu eröffnen”.

Zum Hintergrund: Burundi ist ein mit 7,3 Millionen Einwohnern dicht besiedelter, kleiner Binnenstaat in Ostafrika, der wie das Nachbarland Ruanda seit der Unabhängigkeit von den blutigen Machtkämpfen der Hutu- und Tutsi-Eliten gebeutelt wurde. Burundi hat eigentlich eine sechs Jahre währende Grundschulzeit, aber aufgrund der hohen Armut nur einen Alphabetisierungsgrad von 23 Prozent. Das Thema Bildung wird umso bedeutsamer, wenn man bedenkt, dass rund die Hälfte der Bevölkerung unter 14 Jahren alt ist und davon nur etwa die Hälfte überhaupt eine Grundschule besuchen kann.

Muyogoro, die kleine Gemeinde im Süden Burundis, in der das Projekt geplant ist, lebt von der Subsistenzwirtschaft durch Viehzucht und Landwirtschaft. Durch die Inflation sowie stets stärker werdende Klimaschwankungen sinken die Einkommen der etwa 3000 Einwohner jedoch konstant. Sogar die Selbstversorgung ist in Gefahr. Da Muyogoro bislang keine eigene Schule besaß, mussten die Kinder teilweise weite Strecken zurücklegen, um die Schulen der umliegenden Dörfer zu besuchen. Dadurch kam es zu Klassenstärken zwischen 100 und 130 Schülerinnen und Schüler und viele brachen den Besuch der Schule aufgrund der damit verbundenen Strapazen ab.

Deshalb entschieden sich sowohl die Diözese Bururi wie auch die lokale Organisation „A.D.F.R.“ (“Association pour le Development de la Ferme de Rwira”), den Bau einer Primärschule unter dem Motto “Wissen ist Macht und Bildung macht Freiheit möglich” ins Leben zu rufen. Und der Erfolg ließ nicht auf sich warten: Bisher wurden zwei der Klassenräume errichtet, in denen etwa 160 Kinder von drei Lehrkräften unterrichtet werden. Mit der Aufstockung der Grundschule auf sechs Klassen können dann noch viel mehr Kindern die Chance auf eine grundlegende Bildung erhalten.

Die lokale Selbsthilfeorganisation A.D.F.R. ist hierbei der perfekte Projektpartner: in der Region anerkannt und verwurzelt, versorgt sie mit Hilfe von Viehzucht und Landwirtschaft auf einer Fläche von 430 Hektar große Teile der Umgebung mit gesund erzeugter Nahrung und mit Saatgut. Das ist extrem wichtig, denn die Familien leben quasi direkt von dem, was ihr Land hervorbringt. Mais, Bohnen, Kartoffeln, Maniok, Tomaten, Milch von den Kühen. Konservierungs- oder Lagermöglichkeiten gibt es quasi keine. Das macht die Lage mitunter prekär, wenn Ernten ausfallen. Auch deshalb wird von Seiten der “A.D.F.R” intensiv an der Verbreitung landwirtschaftlichen Wissens an die ländliche Bevölkerung der Region Rwira gearbeiten. Beispielsweise werden wichtige Techniken für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Böden wie die Kompostierung propagiert und in Kooperation mit der Bevölkerung auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. „Damit geht die Initiative eines der wichtigsten Probleme Afrikas, die steigende Unfruchtbarkeit der Böden durch einen Mangel an Wissen über nachhaltiges Landwirtschaften an und leistet so eine unschätzbare Arbeit für die Entwicklung,“ freut sich Franziska Brantner, außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA im Europäischen Parlament.

Gefördert werden sie dabei aus Deutschland vom gemeinnützigen Verein „Action Survive e.V.“, dessen Mitglied Astère Hatungimana (er arbeitet in Ludwigshafen und wohnt in Mannheim) dazu erklärt: „Für die positive Entwicklung des afrikanischen Kontinents ist es unabdingbar, dass alle Kinder zumindest eine Grundschulbildung bekommen und die auch beenden können.“ Er selbst ist Computerfachmann und hat es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, dem Nachwuchs seines Herkunftslandes zu helfen. Sein Bruder, ein Hochschuldozent, ist vor Ort im Projekt aktiv. Mit dem Schulbau dürfen Kinder endlich Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, die sonst vermutlich nie eine Chance dazu bekommen hätten. „Gerade weil das Projekt ein gutes Beispiel dafür ist, wie Menschen dazu befähigt werden können, sich selbst zu helfen, finde ich es so wichtig“, erklärt Franziska Brantner. Positiv sieht sie vor allem, dass das Projekt vor Ort entwickelt und in die Tat umgesetzt wird und jede Unterstützung ganz unmittelbar an die richtige Stelle kommt. Wer noch Informationen braucht, mit Astère in Kontakt treten oder spenden möchte:

Anschrift&  Kontakt:

Action Survive e.V.
Kaefertaler Str. 133
68167 Mannheim
Tel.:+49 176 23 87 24 77
Action-survive@hotmail.de
http://www.action-survive.de/

Spendenkonto:
*Postbank Stuttgart
*BLZ 60010070
*Konto 7486708

Von Kirsten Baumbusch & Joel Wardenga.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Soziales und Bildung


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