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Wir dürfen nicht vergessen

Veröffentlicht am: 8. Mai 2012

Mosbach. Im Zuge eines terminreichen Tages  im Odenwald besuchte Franziska Brantner in ihrer Funktion als Europaabgeordnete für die Metropolregion Rhein-Neckar, die vor einiger Zeit eingeweihte KZ Gedenkstätte Neckarelz. Direkt gegenüber dem ehemaligen KZ-Gebäude, in dessen Räumen heute, wie auch vor der Entstehung des Lagers, wieder eine Grundschule residiert, wurde ein altes Gebäude in eine, dem Thema gerechte Einrichtung umgebaut. Dank der Unterstützung zahlreicher Betriebe und privater Freiwillige, fand das Projekt eine würdige Umsetzung. Als Geldgeber fungierte auch die EU und somit zeigt sich wieder, wie die Institution Europa auch mit den Kommunen in Verbindung steht und Dinge fördert, für die es sonst einfach kein Geld geben würde.Der Besuch dieser Gedenkstätte sollte jedem und jeder ans Herz gelegt werden. Die Gemeinde hat es auf einem begrenzten Raum geschafft, das Unmenschliche dieses schwarzen Geschichtskapitels erschütternd nah zu bringen. Die Ausstellung ist auf zwei Stockwerke verteilt. Im oberen Stock wird durch zahlreiche Gegenstände der Lageralltag und die elende Lebenssituation der Gefangenen nachgezeichnet.

Massive Holzsilhouetten, dicht aneinander aufgestellt, gekennzeichnet mit Nummern echter Gefangener, zeigen wie international und vor allem interkulturell die Herkunft dieser Opfer der NS-Diktatur waren. Zahlreiche historische Dokumente, Lagerbriefe und offengelegte Lebensläufe vergrößern die Tiefe des Einblicks in das Schicksal der Lagerinsassen. Lassen aber auch Einblicke in die Geschichte der Täter und beispielsweise Aufseher zu.

Im unteren Stockwerk wird Bezug zur Lagerarbeit genommen. Zweck des Außenlagers war es in dem benachbarten Bergstollen „Goldfisch“ Flugzeug-Motoren herzustellen. Für die Gedenkstätte hat die Daimler AG einen Motor aus dieser Zeit zur Verfügung gestellt. Der Zusammenhang zwischen dem Hauptlager Natzweiler-Struthof und dem Außenlager Neckarelz wird in einem weiteren Raum des Kellergeschosses aufgezeigt. Informativ ist der Einblick in die Lebensgeschichten der Lagerkommandanten.

Natürlich ist keine Einrichtung in der Lage, das ganze Ausmaß der Unmenschlichkeit dieser Zeit wiederzugeben, doch die Gedenkstätte Neckarelz trägt entscheidend dazu bei, dass die Geschichte dieses Lagers nicht vergessen wird. Das ehemalige Außenlager von Natzweiler-Struthof ist auch geographisch in der Region leicht zu erreichen und sollte für jeden Geschichtsinterssierten ein echtes Muss sein.

Der besondere Dank gilt Dorothee Roos, die sich die Zeit genommen hat, Franziska Brantner durch die Gedenkstätte zu führen und auch den reibungslosen Ablauf der anderen Termine des Tages mit ihrem Engagement gewährleistet hat.

Für mehr Informationen ist die Internetpräsenz zu empfehlen:

http://kz-denk-neckarelz.de/index.htm

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Metropolregion Rhein-Neckar, Soziales und Bildung


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