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Mal nicht zu Posten, sondern zu Energie

Veröffentlicht am: 20. November 2009

Im Getümmel der Postenbesetzung hat die schwedische Ratspräsidentschaft einen Deal mit dem Europäischen Parlament zur Energieeffizienz von Gebäuden erreicht. Unser grünes Konzept von Fast-Null-Energie-Gebäuden wurde als der zukünftige Standard für die EU akzeptiert, aber erst in weiter Zukunft. Nach 2020 (2) sollen Neubauten nahezu Null-Energieverbrauch aufweisen, was mit strengsten Bauauflagen zu Bautechnologie und Isolierung erreicht werden soll. Der restliche Energieverbrauch soll durch Sonnenenergie und Biomasse abgedeckt werden.

Das wird eine grüne Revolution entlang der ganzen Kette von den Architekten bis zu den Baufirmen auslösen und das für jeden Neubau, sei es ein Einfamilienhaus oder ein Einkaufszentrum. Bedauerlich ist allerdings, dass man sich gestern nicht auf strikte Standards für die Renovierung des Altbaubestands einigen konnte, der für 40% des gesamten Energieverbrauchs in der EU verantwortlich ist.

Die Grünen und das Europäische Parlament haben ein ehrgeiziges EU-Renovierungs-Programm gefordert, das weit über die üblichen Maßnahmen hinausgeht und ineffiziente Gebäude in Niederenergie-Gebäude verwandelt. Dies war aber von der Bereitstellung von neuen Mitteln aus dem EU-Budget abhängig, um billige Kredite für flächendeckende Renovierungsaktionen fördern zu können. Widerstand aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten hat den Rat veranlasst, diese Initiative abzulehnen. Nicht förderlich war auch die frühere Weigerung Barrosos, auch nur einen einzigen Euro aus den Konjunkturpaketen für Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden zu nutzen. Die EU versäumt damit eine große Chance, Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren und den Klimaschutz zu fördern. Da 36 % der Kohlendioxid-Emissionen in der EU aus dem Gebäudesektor stammen, ist es wichtig, in diesem Bereich anzusetzen, um es der EU zu erlauben, ihre Klimaziele von 20 auf 30% Emissionsreduktion bis 2020 zu erhöhen.

Anmerkungen: 1) Die neue Rechtsgrundlage und die Komitologieregeln unter dem Lissabon-Vertrag müssen erst geklärt werden. Eine gesetzliche Vereinbarung auf der Grundlage des politisch vereinbarten Textes wird daher wahrscheinlich Anfang 2010 beschlossen werden.
2) Die Regeln werden ab 31. Dezember 2018 für öffentliche Gebäude gelten

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Umwelt und Verkehr


Ein Kommentar

  1. Johannes Güntert schrieb am 09.12.2009 um 07.38 Uhr

    Wenn wir gerade bei Energiesparmaßnahmen und Dämmung alter Bausubstanz sind: Ich bin gerade dabei, einen alten Hof von 1741 komplett zu sanieren und auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

    Bei uns muss u.a. eine neue Heizungsanlage eingebaut werden, ich werde von Gas (Stand 80er Jahre) auf 100% Pellets/Solarkollektoren umsteigen. Eigentlich toll – sollte man meinen – guten Gewissens KfW beantragt und u.a. den Heizungsumbau angegeben.

    PUSTEKUCHEN! Das Schreiben kam postwendend aus “Pleitegeier”-Berlin wieder zurück mit folgendem Vermerk:

    Die KfW fördert nur Heizungsumbauten, die Pellets/Solar mit Gas-Brennwert KOMBINIERT(!) vorsehen!

    Als mir mein freundlicher Kundenberater der Bank das mitgeteilt hat, habe ich den guten Glauben an die Vernunft der Regierung verloren! Der Architekt schüttelte auch nur den Kopf.

    Wer bzw. welche Partei hat denn diesen Schildbürgerstreich verbrochen? Ich werde also nicht gefördert, wenn ich die Heizung auf NULL CO2-Ausstoß umrüste. Ich wäre dazu versammt, weiter CO2 ausstoßen und die Gaslobby in Russland unterstützen, wenn ich Geld von der kFW will. Ganz toll. Und _das_ zu Zeiten des Klimawandels.

    Zum Glück funktioniert die Förderung jetzt auch rein mit den anderen Maßnahmen. Wenn ich jetzt mehr Zeit hätte, wäre ich damit gleich an die Presse gegangen.


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