Franziska Brantner bei “Jugend in Aktion”
Mannheim. “Tapetenwechsel”, das ist es, was junge, weltoffene Menschen wie Olivia Metzendorf, die eine gewisse Zeit beim Europäischen Freiwilligendienst verbracht haben, zunächst erwartet hatten. Am Ende ist es bei den Allermeisten aber viel, viel mehr geworden, nämlich eine entscheidende Etappe in ihrem Leben, in der sie im Ausland waren und dort ganz ungewöhnliche Dinge für andere getan haben. Kein Wunder, dass Olivia und ihre Mitstreiter einen Abend mit der Europa-Abgeordneten Franziska Brantner unter dem Motto “Jugend in Aktion” im Stadtteil Jungbusch nutzten, um auch auf dieses, ganz besondere Angebot der Europäischen Union aufmerksam zu machen. Die Parlamentarierin diskutierte mit dem grünen Mannheimer Stadtrat Gerhard Fontagnier über Jugendbeteiligung in Europa und die Mannheimer Band Luis & Laserpower brachten mit Indierock und Hip Hop, Elektro und Pop den Jungbusch zum Beben. Organisiert wurde das ganze über die Initiative “Mach was draus”, wo die EU Initiativen junger Leute ganz besonders unterstützt. “Man muss”, so Olivia, “eine gute Idee haben und ein Projekt, mindestens zu viert sein und einen Antrag stellen”. Vorbilder gibt es genug: Ob Kurzfilmfestival gegen Rassismus, eine Benefizveranstaltungfür ein Bildungsprojekt in Ghana oder einen lebendigen Weihnachtskalender in Magdeburg.
Ein bisschen komplizierter ist das Prozedere für den Europäischen Freiwilligendienst, wo man bis zum Alter von 30 Jahren kostenlos und ohne Vorkenntnisse etwas Sinnvolles im Ausland tun kann. Vom Nordkap bis nach Malta gibt es Aufnahmeorganisationen, die sich auf die Unterstützung mit einer Dauer von zwei Wochen bis zu einem Jahr freuen. Mindestens acht Monate davor sollte man sich um eine Entsendeorganisation (das ist eine gemeinnützige Organisation oder Einrichtung, die konkret hilft, einen Platz im Ausland zu finden und den Papierkram regelt) kümmern. Gearbeitet wird 30 bis 35 Stunden in der Woche, dafür gibt es ein Taschengeld, Kost und Logis sind frei, Krankenversicherung wird auch geregelt.
Franziska Brantner findet all diese Aktivitäten hinreißend und hat sich zuletzt im Parlament auch mit anderen dafür stark gemacht, dass die Mittel um zehn Prozent aufgestockt werden. “Jeunesse” heißt übrigens die interfraktionelle Gruppe, die das ermöglicht hat. “Es ist eine relativ kleine Summe, von der viele profitieren”, so die 31-Jährige. Gerhard Fontagnier sorgt vor Ort dafür, dass die Interessen von Jugendlichen in Mannheim nicht unter den Tisch fallen. Noch gibt es zwar kein Jugendparlament, aber immerhin einen sehr aktiven Stadtjugendring und das Wahlalter soll ja in Baden-Württemberg auch auf 16 Jahre heruntergesetzt werden. “Mit jungen Menschen verändert sich die Atmosphäre”, so Fontagnier. Er und Franziska gaben die Parole aus, dass wer etwas verändern will, sich mit anderen zusammenschließt, etwas plant und dann, so die beiden, “drehen wir das Ding schon”.
Näheres unter:
generell zu Auslandsaufenthalten für Europa:
zu “Jugend in Aktion”:
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Initiativen-Telefon: 02289506-228 oder-264
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